Therapieformen in der Psychoonkologie (Auswahl)

 

Entspannungstechniken

Eine sehr wirksame Möglichkeit, Anspannung und Ängste zu beeinflussen, stellen Entspannungstechniken dar. Drei Methoden werden hauptsächlich angeboten: 

  • Autogenes Training 
  • Progressive Muskelentspannung 
  • Atemübungen

Dabei werden Atemübungen häufig mit dem Autogenen Training oder der Muskelentspannung kombiniert.

Es ist ratsam, die Techniken unter Anleitung eines erfahrenen Therapeuten zu erlernen. Regelmäßig angewendet, können sie eine allgemeine Verringerung der Angst erreichen und damit zu einer psychischen Stabilisierung beitragen. Auch Schmerzen lassen sich mit Hilfe von Entspannungsübungen verringern. Sogar Untersuchungen wie zum Beispiel eine Computertomographie oder eine Kernspinuntersuchung werden damit als weniger belastend erlebt. Eine entspannte Körperlage trägt zur besseren Verträglichkeit einer Chemotherapie bei: In Studien hat sich gezeigt, dass Erbrechen mit Angst und Anspannung verknüpft ist.

Entspannungstechniken sind fester Bestandteil therapeutischer Gruppenangebote, die sich an Krebspatienten richten. Sie können aber auch unabhängig davon in Kursen von Institutionen wie den Volkshochschulen erlernt werden; auch viele Krankenkassen bieten Kurse an.

Hypnotherapie

Eine weitere wirksame Methode vor allem zur Schmerzbekämpfung ist die Hypnotherapie. Sie wird in vielen Schmerzpraxen oder -zentren angewendet, aber auch von niedergelassenen Psychotherapeuten mit entsprechender Ausbildung angeboten.

Bei der Hypnotherapie versetzt der Therapeut den Patienten in einen entspannten schlafähnlichen Zustand, in dem er sich leichter mit Problemen auseinander setzen kann, weil innere Widerstände wegfallen. Es fällt leichter, sich auf bestimmte Ziele konzentrieren, zum Beispiel das Ausblenden besonderer Schmerzempfindung. Der Zustand der Hypnose ist anhand der Messung von Hirnströmen nachweisbar, auch viele andere Körperfunktionen zeigen, dass es sich hier nicht um Einbildung handelt.

Zur Therapie von Schmerz ist eine Hypnose allein durchaus wirksam, sagen viele Studien. Als Methode zur Erleichterung der Krankheitsbewältigung wird sie jedoch in der Regel mit anderen psychotherapeutischen Verfahren kombiniert. Die Hypnosefähigkeit ist trainierbar. Niemand kann aber gegen seinen Willen hypnotisiert werden oder unter Hypnose Dinge tun, die er oder sie nicht möchte.

 

Gesprächsgruppen

Gesprächsgruppen werden in den meisten Rehabilitationskliniken und von psychosozialen Beratungsstellen angeboten. Unter Leitung eines Experten bieten sie Raum für die Auseinandersetzung mit Gefühlen ebenso wie mit praktischen Problemen. So ergibt sich die Gelegenheit, von anderen Betroffenen zu lernen und sich verstanden zu wissen.

 

Kreativer Ausdruck

Die Beschäftigung mit den eigenen kreativen Möglichkeiten Gefühle und Belastungen auszudrücken, ist eine weitere Möglichkeit, die Auseinandersetzung mit der Krankheit zu fördern. Vor allem Rehabilitationskliniken, aber auch manche psychosoziale Beratungsstellen bieten professionell geleitete Gruppen dazu an.

Das Spektrum ist groß: 

  • Kunst- und Gestaltungstherapie, 
  • Tanztherapie 
  • weitere körperorientierte Verfahren wie Atemtherapie, vertiefte Entspannungsverfahren, Ausdrucks- und Bewegungstherapie,
  • Bibliotherapie, also das gezielte Beschäftigen mit Literatur zum Thema wie auch das eigene Aufschreiben und damit Fassbarmachen von Gefühlen und Erlebtem, 
  • Musiktherapie

und viele Verfahren und Kombinationen mehr.

Gruppen mit entsprechenden Angeboten bieten einen geschützten Raum für den Umgang mit eigenen, im Zusammenhang mit Krebs oft schwierigen oder belastenden Gefühlen sowie mit weniger bewussten Prozessen der Krankheitsverarbeitung. Kreativer Ausdruck von Gefühlen verbessert so den Kontakt zu dem durch die Erkrankung erschütterten ICH und stärkt überdies das Selbstwertgefühl. Manche Patienten entdecken dabei bisher ungeahnte Fähigkeiten und gewinnen ein neues Hobby, das ihnen im Alltag Entspannung und Freude bringt.

Quelle: www.krebsinformation.de

 

Wird fortgesetzt

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