29. September 2007

 

Eine rote Rose als Dankeschön

Das Projekt „Psychoonkologische Beratungsstelle“ der Krebsberatung Ostfriesland in Wittmund leistet wichtige Arbeit und soll auch in 2008 weitergehen  

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Sponsoren und Mitarbeter der Psychoonkolgischen Beratungsstelle Ostfriesland zogen jetzt eine erste Bilanz. Superintendentin Angela Grimm verteilte rote Rosen zum Dank.

„Jeder Mensch, der von Krebs betroffen ist, reagiert anders darauf, braucht deshalb auch individuelle psychologische Hilfe“, so beschrieb Kerstin Engel auf dem Sponsorentreffen der psychoonkologischen Beratungsstelle des Diakonischen Werkes im Harlingerland ihre Arbeit. Seit März 2006 ist die Diplom-Psychologin mit 15 Stunden in der Woche für Krebspatienten und ihre Angehörigen im Einsatz. Mit der medinzinischen Versorgung allein ist es bei einer Krebserkrankung nicht getan, denn diese Krankheit bringt häufig das ganze soziale Gefüge eines Menschen und seiner  Familie ins Wanken.  Krebserkrankungen werden im besonderen Maße von seelischen Belastungen und sozialen Beeinträchtigungen begleitet. Dabei sind nicht nur die erkrankten Personen selbst, sondern auch die Angehörigen der Patienten oft außergewöhnlichen Belastungen ausgesetzt und bedürfen fachkundiger Hilfe. Eine psychologische Begleitung in einer solchen Situation ist nicht nur sinnvoll, sondern notwendig. „Gerade nach dem Klinikaufenthalt oder während einer ambulanten Behandlung kommt das große Loch,“ berichtete Kerstin Engel von ihren Erfahrungen. Ihre Aufgabe sei es, die Patienten und Angehörigen bei der Krankheitsverarbeitung zu unterstützen, für Entlastung zu sorgen, zu helfen, dass das Leben neu strukturiert werden kann. Und auch gemeinsam mit den Betroffenen auf die Suche gehen nach dem Lebenssinn – eine wichtige und große Aufgabe, auch wenn ein „Beratungserfolg“ natürlich nicht objektiv meßbar ist.

227 Gesprächstermine

In den eineinhalb Jahren ihrer Arbeit hat Engel 227 Gesprächstermine wahrgenommen, 52 Patienten, Angehörige, Familien begleitet und manchen persönlichen Klärungsprozess auf den Weg gebracht. Sie leistet diese Arbeit mit sechs Stunden in der Woche in der Ubbo-Emmius-Klinik in Aurich und die andere Zeit in der Geschäftsstelle des Diakonischen Werkes in Wittmund oderim Krankenhaus Wittmund oder bei nicht-mobilen Patienten auch zuhause. Der ambulante Charakter sei von besonderer Bedeutung, berichtete Kerstin Engel, „einmal keinen Arzttermin, einmal kein Krankenhausaufenthalt und diese Dinge.“ Die Vernetzung mit anderen Arbeitsbereichen ist der Psychoonkologie von Anfang an wichtig gewesen, z.B. mit der Hospizbewegung, den Krankenhäusern und anderen Einrichtungen. Diese Arbeit ist selbstverständlich nicht ohne Spenden möglich, „aber die Zahlen belegen, dass die Spenden sinnvoll eingesetzt werden“, sagt Enno Cremer, der gemeinsam mit seinem Sohn Hermann das Projekt aus der Else-Cremer-Stiftung finanziell unterstützt. Sie und auch die anderen Unterstützer der psychoonkologischen Beratungsstelle bekamen jetzt die obligatorische rote Rose für 2007, die der Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Harlingerland Hans-Jürgen Weigelt und Superintendentin Angela Grimm den Spendern zu Beginn des Projektes für jedes Jahr als Dankeschön versprochen hatten.

Zahlreiche Spender und Sponsoren

Das Krankenhaus Wittmund, die Sparkasse LeerWittmund, der Lions-Club Wittmund, der Verein für Leukämie- und Krebsforschung in Aurich, die Kreissparkasse Aurich/Norden und die Raiffeisen-Volksbank Aurich/Witmund sind mit einem finanziellen Beitrag dabei. Auch Einzelspenden, wie z.B. Kollekten helfen weiter. Ebenso wird die Kirchenkreisstiftung „Kirche mit Zukunft“ einen Betrag zu dem Projekt beisteuern. „Dafür bitten wir ja um Unterstützung der Stiftung, um diakonische Aufgaben und Projekte in der Jugendarbeit des Kirchenkreises zu fördern,“ so Angela Grimm über die bevorstehende erste Ausschüttung der Stiftungserträge. So wird die Arbeit dank der Spender zugunsten der Krebspatienten weitergehen, wenn auch mit personeller Veränderung: Frau  Kerstin Engel scheidet auf eigenen Wunsch aus. Die Diplom-Psychologin Petra Giesemann, sowie die Diplom-Sozialpädagogin Christina Kötz aus der Lebensberatung des DW werden mit Stundenaufstockung sich verstärkt der Psychoonkologie widmen und so die Arbeit fortsetzen. Damit solle eine hohe Verlässlichkeit und durch die Vernetzung mehr Flexibilität und Individualität erreicht werden.

Arbeit weiterhin auf Unterstützung angewiesen

Langfristig solle das Projekt im Beratungsangebot des DW konzeptionell verankert werden in  Kooperation mit dem Krankenhaus in Wittmund und auch mit dem Standort der Auricher Ubbo-Emmius-Klinik. Die Arbeit werde aber weiterhin auf Sponsoring angewiesen sein, unterstrich auch Hans-Jürgen Weigelt. „Deshalb werden wir nicht müde werden, um mehr Menschen zu gewinnen, die diese wichtige Arbeit finanziell unterstützen“, sagte er. Der Kirchenkreis werde sich aus dem Projekt nicht zurückziehen, denn „immerhin ist ein Angebot in dieser ambulanten Form in Ostfriesland einmalig und ist für viele Betroffene unverzichtbar.“                    

Veronika Hansberg

seitenkoepfe

Psychoonkologie in Weser-Ems

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